Schale
dem waren die Augen trüb geworden,
die Ohren taub,
und die Knie zitterten ihm.
Wenn er nun beim Tisch saß
und den Löffel kaum halten konnte,
schüttete er Suppe auf das Tischtuch,
und es floß ihm auch etwas aus dem Mund.
-
Sein Soh und dessen Frau
ekelten sich davor,
und deshalb mußte der Großvater eines Tages
hinter den Ofen in die Ecke sitzen,
und sie gaben ihm sein Essen in einem irdenen
Schüsselchen und dazu noch nicht einmal satt.
-
Einmal auch konnte seine zittrige Hand
das Schüsselchen nich festhalten,
da fiel es zur Erde und zerbrach.
Da kaufte die Frau
ihm ein hölzernes Schälchen für ein paar Heller,
daraus mußte er nun essen.
-
Wie sie so dasitzen,
so trägt der Enkel von vier Jahre
auf der Erde einige Brettchen zusammen.
"Was machst du da?", fragt der Vater.
"Ich mache ein Tröglein", antworte das Kind.
"Daraus sollen Vater und Mutter essen,
wenn ich groß bin."
-
Da sahen der Mann und Frau eine Weile an
und fingen an zu weinen,
holten den Großvater zurüch an den Tisch
und ließen ihn von nun an
immer bei sich mitessen.
-
Gebrüder Grimm.



2 Comments:
Mieke, hele mooie gedichten op je weblog. Dank je voor het lezen, Humdrum
diese geschichte habe ich als Kind im Fernsehen gesehen und sie hat mich geprägt!
http://www.jeder-tag.de/index.php?AbDatum=091801
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